ENDLICH WIRD FÜHRUNG KREATIV – DANK KÜNSTLICHER INTELLIGENZ!

Wir begeben uns in 2019 auf die Suche nach Kreativität! Herzlich willkommen zum Jahr 2 dieses Blogs über Führung und Organisation in Zeiten von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.

Führung kommt endlich in Bewegung. Foto: Julia Duwe

„Kreativität ist der Schlüssel“, ruft der Zukunftsforscher Ulrich Eberl in seinem Buch über künstliche Intelligenz. „Selbst wenn Computer und Roboter immer mehr von dem lernen werden, was Menschen heute beruflich tun, so sind die meisten Fachleute dennoch überzeugt davon, dass Menschen auch in Zukunft unersetzbar bleiben – als Lenker und Denker, die mit ihrer Intelligenz und Kreativität vorgeben, was die Maschinen tun sollen, und sich um all das kümmern, was die Algorithmen nicht alleine schaffen“ [1].


Was den Menschen demnach von einer künstlichen Intelligenz unterscheidet, ist sein unendliches kreatives Potenzial. Es ist die Fähigkeit, nicht berechenbare, unvorhersehbare, schöpferische Ideen hervorzubringen. Menschen kommen mit diesem Potenzial auf die Welt. Sie bewegen sich während der ersten Lebensjahre spielerisch. Sie nutzen ihre Kreativität, um die Welt zu entdecken und in beeindruckend kurzer Zeit Neues zu lernen [2].


Kreativität im Dornröschenschlaf

Doch Kreativität und Spiel werden meist zugunsten rationaler Entscheidungen geopfert. Durch Erziehung und gesellschaftliche Konvention fällt das kreative Potenzial im Laufe der Jahre in den Dornröschenschlaf. Überraschende und ungewöhnliche Ideen passen auch später im Berufsleben nicht wirklich ins Konzept. Karriere machen wir mit Mehrjahresplänen und Zahlen, Daten, Fakten.


Doch in Zeiten von künstlicher Intelligenz wird sich vieles radikal ändern und Kreativität hält Einzug in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens:


Wenn Maschinen die Menschen von Routinearbeiten entlasten, erklärt Ulrich Eberl, wird das den Menschen neue Freiheiten eröffnen: zum Beispiel in Forschung und Entwicklung, darin, spielerisch Neues zu entwickeln oder handwerklich und künstlerisch tätig zu sein. „Wenn dies die genuin menschlichen Fähigkeiten sind, dann sollten wir neu über ihren Wert nachdenken“, rüttelt der Wissenschaftsjournalist wach [1].


Wenn Ideenreichtum und Kreativität der Schlüssel für uns Menschen sind und nicht nur für uns allein, sondern auch für eine gewinnbringende Kooperation zwischen Menschen und Robotern, dann müssen wir Kreativität auch ganz neu fördern und fordern – in unserer Gesellschaft im Allgemeinen und in unseren Organisationen im Besonderen. [2]


Kreativität erklärt

Die amerikanische Neurowissenschaftlerin und Kreativitätsforscherin Nancy C. Andreasen [3] erklärt das Phänomen der Kreativität mithilfe von drei wesentlichen Merkmalen:


  1. Kreativität führt zu etwas Neuem, z.B. neuen Verbindungen, neuen technischen Lösungen (Originalität)

  2. Kreativität bringt etwas Nützliches hervor (Nützlichkeit)

  3. Kreativität führt zur Schaffung eines Artefaktes (z.B. Produkt)


Der Prozess der Kreativität selbst besteht laut der Neurowissenschaftlerin aus drei Bestandteilen: Person, Prozess, Produkt: Kreativität startet mit einer Person (z.B. Blogger), die eine Aufgabe lösen will (z.B. Thema erörtern / veröffentlichen). Im Rahmen eines kreativen Prozesses (z.B. Schreibprozess) bearbeitet die Person eine Aufgabenstellung. Wenn der Prozess beendet ist, liegt ein Ergebnis vor (z.B. ein Blogeintrag). Wie der kreative Prozess genau abläuft, das hält die Forscherin für eine der spannendsten Fragen überhaupt.


Der ungarische Kreativitätsforscher Mihaly Csikszentmihalyi liefert eine mögliche Antwort. Er löst den kreativen Prozess von der einzelnen Person und erklärt Kreativität als einen sozialen Prozess. Es ist ein Prozess des Austausches zwischen Menschen (z.B. zwischen einer Bloggerin und anderen Autoren und Impulsgebern). „Insofern findet Kreativität nicht im Kopf des Individuums statt, sondern in der Interaktion zwischen dem individuellen Denken und einem sozio-kulturellen Kontext. Sie ist eher ein systemisches denn ein individuelles Phänomen“, beschreibt Csikszentmihalyi [4].


Kreativität ist also auch ein Prozess der Zusammenarbeit. Und Zusammenarbeit ist in Unternehmen ein Führungsthema.


Creative Leadership

Denken wir also - wie so oft auf diesem Blog - über Führung nach: Wie kann Kreativität durch Führung befeuert werden? Wie können Führungskräfte das „schlummernde“ Potenzial freisetzen, Räume für kreative Zusammenarbeit schaffen und für kreative Überraschungen sorgen? Wie kann Führung aufrütteln, aufregen, aufmischen, aufrühren, ja aufbrechen zur Innovation?


Liebe Leserinnern, liebe Leser, wir begeben uns 2019 auf die Suche nach Kreativität! Und wir werden sie finden! Herzlich willkommen zum zweiten Jahr dieses Blogs.



Und demnächst auf diesem Blog:

„Kreativiert Euch – Damit Deutschland wieder genial wird“ – Ein Buchrezension über das nicht nur farblich wachrüttelnde Buch von M. Blach, B. Heusinger und M. Loko



LITERATUR


[1] Eberl, Ulrich (2016): Smarte Maschinen. Wie künstliche Intelligenz unser Leben verändert. München: Carl Hanser Verlag.


[2] Duwe, Julia (2018): Beidhändige Führung. Wie Sie als Führungskraft Innovationssprünge ermöglichen. Heidelberg: Springer Gabler.


[3] Andreasen, Nancy C. (2005): The Creating Brain: The Neuroscience of Genius. New York: Dana Press.


[4] Csikszentmihalyi, Mihaly (1997). Kreativität. Wie Sie das Unmögliche schaffen und Ihre Grenzen überwinden. Stuttgart: Klett-Cotta.



Lesen Sie weiter:

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